Route 66
Allgemein,  Amerika

Route 66 – The Sooner State (Teil 2)

Der Mythos Route 66

Es gibt wohl keine Strasse auf der Welt, die so bekannt ist wie die Route 66. Es ranken sich viele Mythen und Geschichten um die Route 66, die den Osten der USA mit dem Westen verbindet. Für viele ist es ein Traum mal vom Startpunkt in Chicago bis zum Endpunkt in Santa Monica zu fahren und dabei das Lebensgefühl von Sehnsucht und Freiheit voll auszuleben. Auf der fast 4000 km langen Strecke, die durch 8 Bundesstaaten (Illinois, Missouri, Kansas, Oklahoma, Texas, New Mexico, Arizona, Kalifornien) führt, gibt es so viel zu erleben und entdecken, dass dies in einem einzelnen Beitrag nicht niedergeschrieben werden kann. Daher wird diese Serie aus 4 verschiedenen Blogbeiträgen bestehen, die alle nach und nach veröffentlicht werden, bis man am Ende in Santa Monica ankommt. In jedem Beitrag wird die Strecke und die dortigen Sehenswürdigkeiten von jeweils zwei Bundesstaaten beschrieben. Dies ist der 2. Beitrag und er führt uns kurz nach Kansas und danach weite Teile durch Oklahoma.

Auch Kansas darf nicht fehlen – Abstecher zum Steffelback House

Der mit Abstand kürzeste Teil der Route 66 führt uns durch Kansas. Nur gerade ca. 22 km Strasse liegen auf dem Grund dieses Bundesstaates. Genug um trotzdem etwas zu erleben. Das bekannte und berüchtigte Steffelback House in der kleinen Stadt Galena war um 1880 herum ein Bordell. Doch die Besitzerin und ihr Sohn hatten ein makaberes zweites Standbein, sie ermordeten die Gäste des Bordells uns stahlen ihnen ihr Gold, welches sie in den Minen rund um Galena gefunden hatten. Gerüchten zu Folge sollen die beiden bis 1897 ungefähr 30 Männer so ausgeraubt und getötet haben. Das ergaunerte Gold haben sie versteckt und es wurde bis heute noch nicht gefunden. Es gibt viele Gerüchte, die sagen, dass der verschollene Schatz noch in Galena oder den umliegenden geschlossenen Minen versteckt sei. So ein Goldschatz wäre doch eine nette Aufbesserung der Reisekasse.

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Oklahoma – Im Land der Indianer

Nach dem Kurzen aber feinen Abstecher durch Kansas, geht es für uns weiter durch Oklahoma. Durch diesen Bundesstaat führt die 2. längste Strecke der legendären Route 66. Nicht weniger als 695 km liegen im Sooner State, wie Oklahoma auch genannt wird. Nur in New Mexico ist die Route 66 noch etwas länger. Dementsprechend gibt es in Oklahoma einiges zu sehen und entdecken. Im Osten des Bundesstaates sind dank dem feuchten Klima viele Wälder und stark bewachsene Landteile zu finden. Nach Oklahoma City gegen Westen wird die Landschaft aber immer karger und geht in eine Prärielandschaft über, in der wegen des trockenen Klimas nur noch wenige Bäume und Sträucher wachsen.

Der Blaue Wahl von Catoosa

Die Kleinestadt Catoosa liegt vor den Toren von Tulsa und besitzt über einen gut erhaltenen Teil der Route 66. Eine wahre Route 66 Legende ist der sogenannte Blue Whale (Blaue Wahl), welcher 1972 in einem privaten Vergnügungspark erreichtet wurde. Das Konstrukt sorgte aber schnell für aufsehen in der Bevölkerung, so dass aus dem privaten Vergnügungspark ein öffentlicher Freizeitpark wurde. Leider musste dieser 1988 schließen. Doch die Begeisterung für den Blue Whale riss dadurch nicht ab, so dass 1996 Restaurationsarbeiten stattfanden und der Blue Whale bis heute noch besichtigt werden kann. Durch die begehbare Flosse kann man bei warmen Temperaturen direkt in den anliegenden See springen.

Die Stadt Tulsa

Direkt an Catoosa anliegend beginnt die 2. grösste Stadt von Oklahoma, Tulsa. Durch das Öl-Vorkommen in der Region, war Tulsa in den 1920er die Öl-Hauptstadt der Welt. Dies wird durch die sogenannte Golden Driller Statue auch präsentiert. Die 23 m hohe und 19’700 kg schwere Statue ist die aktuell 4. grösste Statue der USA und wurde sogar als Staatsdenkmal anerkannt. Der große Binnenhafen von Tulsa ist der am weitesten vom Meer entfernte Hafen der USA und verbindet die Stadt über den Arkansas River und den Mississippi mit dem Atlantik. An beiden Ufern des Arkansas River erstreckt sich die sogenannten River Parks. Ein weitläufiges Naturgebiet, welches mit seinen vielen Parks und Spielplätzen perfekt zum spazieren gehen einlädt. Es gibt auch die Möglichkeit sich ein Fahrrad zu mieten und das Gebiet mit dem Drahtesel zu erkunden. Eine wirklich gute Gelegenheit sich die Beine zu vertreten und die Natur zu genießen.  

Die Golden Driller Statue

Die runde Scheune von Arcadia

Der kleine Ort Arcadia liegt ca. 30 km vom Stadtzentrum von Oklahoma City entfernt und würde mit seinen knapp 300 Einwohnern wohl von jedem Touristen übersehen werden. Wenn da nicht diese runde Scheune wäre. Ja, richtig gelesen, eine runde Scheune steht in Arcadia. Es soll sogar das erste runde Bauwerk seiner Zeit gewesen sein. Die Scheune hat eine runde Form, weil sie so bei den dort auftretenden Tornados weniger Angriffsfläche bietet. Die Scheune wurde neu restauriert und dient heute als Museum. Die Runde Scheune soll das meist fotografierte Gebäude der ganzen Route 66 sein. Für alle Architektur Liebhaber oder alle, die Skurrile Gebäude mögen ein Muss.

Runde Scheune
Die runde Scheune von Arcadia

Oklahoma City

Die Bundeshauptstadt von Oklahoma ist mit ca. 640’000 Einwohnern auch die bevölkerungsreichste Stadt von Oklahoma. Mit dem Oklahoma State Capitol steht das Haus der Regierung von Oklahoma im Zentrum der Stadt. Von 1954 bis 1956 befand sich mit dem KWTV-Sendemast, mit seinen 480.5 Metern, das damals grösste Gebäude der Welt in Oklahoma City. Der Bricktown Wasserkanal ist ein echter Hingucker und zieht sowohl Touristen, wie auch Einheimische an. Entlang seines Ufers findet man viele schöne Plätze, Restaurants und Bars zu verweilen. Man kann den Wasserkanal aber auch mit einem Wassertaxi befahren. Für abenteuerlustige und Adrenalinjunkies gibt es in Oklahoma auch einiges zur Auswahl. Da wäre zum Beispiel Riversport Adventures OKC, ein Outdoor Erlebnispark direkt am Oklahoma River. Hier findet man Wildwasser und Kayak Trails, kann sich beim Stand Up Paddeling entspannen, kann seine Kletterkünste im Sandridge Sky Trail Kletterpark unter Beweis stellen und vieles mehr. Ausserdem gibt es mit Frontier City einen Freizeitpark direkt vor den Toren von Oklahoma City. Hier findet man einige Achterbahnen und sonstige Attraktionen. Will man es etwas ruhiger angehen, so gibt es in Oklahoma City viele verschiedene Museen. Es sollte also für jeden etwas dabei sein.

Oklahoma City Memorial
Das Oklahoma City Memorial

Museum bei Clinton und Elk City

Die beiden Städte Clinton und Elk City liegen ungefähr 48 km auseinander aber haben beide einiges gemeinsam. Sie liegen beide im Bundesstaat Oklahoma, natürlich liegen beide an der Route 66 und in beiden Städten ist je ein sehenswertes Route 66 Museum zu finden. Das Route 66 Museum in Clinton ist das erste staatlich finanzierte Route 66 Museum und war 1995 allgemein eines der ersten Route 66 Museums. Darin kann man viel über den Bau und die Geschichte der Route 66 erfahren, findet alte Schilder und Fahrzeuge und kann sich in einem Amerika typischen Souvenir-Shop mit Andenken eindecken. In Elk City findet man gleich einen ganzen Museums Komplex mit dem Route 66 Museum, dem Transportation Museum, dem Farm & Ranch Museum und dem Blacksmith (Schmiede) Museum. Absolut sehenswert ist der Nachbau einer kleinen Stadt mit Bahnhof, Bank, Oper verschiedenen Gemischtwarenläden und vielen weiteren Gebäuden.

Texola – Ghosttown

Die letzte “Stadt” in Oklahoma bevor uns die Route 66 nach Texas führt. Texola ist aber keine gewöhnliche Stadt, es ist eher eine Geisterstadt. Rund 30 Einwohner leben noch hier und viele der Gebäude sind verlassen und verfallen nach und nach. Mit dem Tumbleweed Grill & Country Store steht das älteste als Restaurant fungierende Gebäude der Route 66 in Texola und man kann sich hier köstlich verköstigen. Das kleine Gefängnis, welches 1910 gebaut wurde und aus einer einzigen Zelle besteht ist auf jeden Fall ein Abstecher wert.

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Dieser Beitrag dient nicht als Reiseplan oder Anleitung. Er gibt lediglich Einblicke auf die Sehenswürdigkeiten der Route 66 oder deren, die damit verbunden werden können. Die enthaltenen Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und für die Richtigkeit kann nicht garantiert werden. Die Beiträge dieser Serie dienen als Inspiration und können für die Planung seines eigenen Route 66 Abenteuers zur Hand genommen werden. Die hier erwähnten Sehenswürdigkeiten und potentiellen Zwischenstopps sind bei weitem nicht abschließend. Das können sie auch nicht, denn die Route 66 ist vom Anfang in Chicago bis zum Ende in Santa Monica atemberaubend und jede einzelne Meile hätte eine Geschichte zu erzählen. Dies würde den Umfang dieser Serie aber sprengen. Die Beiträge werden aber fortlaufend ergänzt und erweitert. Und am schönsten ist es immer, wenn man es selbst erleben und genießen kann. Worauf wartet Ihr also noch? Macht euch auf zu einem wahren Abenteuer!

Wart ihr schon mal auf der Route 66 oder kennt eine Geschichte darüber? Dann teilt uns dies doch in den Kommentaren mit und lasst uns an euren Erfahrungen und Erlebnissen teilhaben.

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