Route 66
Allgemein,  Amerika

Route 66 – Der Grand Canyon State (Teil 4)

Der Mythos Route 66

Es gibt wohl keine Strasse auf der Welt, die so bekannt ist wie die Route 66. Es ranken sich viele Mythen und Geschichten um die Route 66, die den Osten der USA mit dem Westen verbindet. Für viele ist es ein Traum mal vom Startpunkt in Chicago bis zum Endpunkt in Santa Monica zu fahren und dabei das Lebensgefühl von Sehnsucht und Freiheit voll auszuleben. Auf der fast 4000 km langen Strecke, die durch 8 Bundesstaaten (Illinois, Missouri, Kansas, Oklahoma, Texas, New Mexico, Arizona, Kalifornien) führt, gibt es so viel zu erleben und entdecken, dass dies in einem einzelnen Beitrag nicht niedergeschrieben werden kann. Daher wird diese Serie aus 5 verschiedenen Blogbeiträgen bestehen, die alle nach und nach veröffentlicht werden, bis man am Ende in Santa Monica ankommt. In jedem Beitrag wird die Strecke und die dortigen Sehenswürdigkeiten von jeweils einem oder zwei Bundesstaaten beschrieben. Dies ist der 4. Beitrag und er führt uns durch das wunderschöne Arizona, bis an die Grenze zu California.

Der Grand Canyon State

In diesem Beitrag führt uns unsere Reise durch den wunderschönen Bundesstaat Arizona. Die Route 66 durchquert Arizona von Lupton bis kurz vor Needles, welches bereits in Kalifornien liegt. Dazwischen liegen wohl die meisten und vor allem bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Route 66. Der wunderschöne Grand Canyon, der wohl legendärste und bekannteste National Park der USA, wenn nicht sogar der Welt, liegt in Arizona und beschert dem Bundesstaat seinen Spitznamen, the Grand Canyon State. Außerdem leben in Arizona sehr viele Indianerstämme, so dass ungefähr 25% des Bundesstaates als Indianerreservoirs geführt werden.

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Trading Post um Trading Post

Kurz nach der Grenzüberquerung nach Arizona trifft man auf das kleine Städtchen Lupton. Es ist zwar eher ein großer Souvenirshop, als eine Stadt. Es leben nämlich nicht mehr als 30 Menschen in Lupton, dafür gibt es mit dem Yellowhorse Trading Post, dem Tee Pee Trading Post und dem Chaparral Trading Post. Diese Trading Posts sind Verkaufsläden, in welchen man Navajo Teppiche, versteinertes Holz und sonstige Souvenirs kaufen kann. Dieser Ort eignet sich also ideal, um sich mit verschiedenen Andenken einzudecken oder einfach um sich die Füsse etwas zu vertreten und durch die Verkaufsläden zu schlendern.

Der Petrified Forest National Park

Fast direkt an der Route 66 liegt das Painted Desert Visitor Center. In diesem kann man seinen Trip durch den Petrified forest National Park planen, ein fast 900 Quadratkilometer großer National Park. Darin gibt es einiges zu sehen und zu bestaunen. Wie es der Name bereits sagt, findet man hier große mengen an versteinerten Bäumen und versteinertem Holz. Außerdem kann man die Farbenpracht der «bemalten» Wüste bestaunen. Bei den Kegelförmigen Felsformationen, welche auch The Tepees genannt werden, kann man die verschieden farbigen Gesteinsschichten sehr gut erkennen. Im Petrified Forest National Park gibt es verschiedene Wanderwege und Strassen, auf denen man den Nationalpark zu Fuß, auf dem Fahrrad, mit dem Pferd oder mit dem Fahrzeug erkunden kann. Es ist aber wichtig zu beachten, dass es verboten ist sich außerhalb der offiziellen Wege aufzuhalten. Es ist außerdem auch verboten Steine oder versteinertes Holz aus dem National Park auszuführen. Mit Fahrzeugkontrollen muss gerechnet werden und sollte man trotzdem versuchen etwas auszuführen und wird erwischt, muss man mit hohen Bussen rechnen. Also informiert euch am besten im Painted Desert Visitor Center und genießt die wunderschöne Landschaft und bestaunt die künstlerische Schönheit unserer Welt.

Petrified Forest
Painted Desert im Petrified Forest National Park

Holbrook

Nicht weit vom Petrified Forest National Park entfernt liegt die kleine Stadt Holbrook. Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit in Holbrook ist das Wigwam Motel. Bei diesem Motel findet man freistehende Bungalows, welche den bekannten Indianer Tipis nachempfunden sind. Im bekannten Animationsfilm Cars findet man ein ähnliches Motel, bei welchem das Wigwam Motel als Vorbild dient. Im Zentrum von Holbrook findet man das 1898 erbaute Historic Navajo County Courthouse, welches heute ein Museum beherbergt. Am Stadtrand von Holbrook findet man an einer Wand ein sehr großes Gemälde, welches eine Karte der kompletten Route 66 darstellt. Dieses Gemälde dient ideal als Fotomotiv.

Standing at the Corner

“Well I’m standing at a corner in Winslow Arizona” dies sangen die Eagles in ihrem Song “Take it easy”. Diese Vorlage hat die Stadt Winslow aufgeschnappt und hat an einer Ecke eine Skulptur aufgestellt und ein Wandgemälde malen lassen. Dieser Corner ist unter Route 66 Reisenden ein beliebter Ort. Im anliegenden Homolovi State Park findet man auf ca. 18 Quadratkilometer verschiedene archäologische Indianerstätten. Am Rande von Winslow, in der Nähe der Bahngleise, findet man den First Street Pathway Park. In diesem Park sind einige alte Züge ausgestellt und man findet einige Burma Shave Route 66 Schilder. Etwa 26 Meilen von der Stadt Winslow entfernt findet man einen riesigen Meteoriten Krater. Der Barringer-Krater gilt als der erste wissenschaftlich bestätige Meteoriten Krater der Welt. Man findet dort ein Museum und kann einiges über die Raumfahrt lernen.

Winslow Arizona
Standing on the Corner Statue und Wandmalerei

Flagstaff – Die grösste Stadt auf unserer Reise durch Arizona

Flagstaff ist mit seinen fast 70’000 Einwohnern die grösste Stadt auf unserer Reise durch Arizona. Die Stadt liegt auf einer höhe von 2100 Metern und im Norden der Stadt findet man mit dem Humphreys Peak den höchsten Gipfel des Bundesstaats Arizona, welcher eine Höhe von 3851 Meter misst. In der Umgebung von Flagstaff findet man viele verschiedene National Parks. So wäre da zum Beispiel das Walnut Canyon National Monument. Ein Canyon in dem die Uhreinwohner von Amerika um ca. 1100 mit Felsbehausungen angesiedelt haben. Auf einem Rundweg kann man den Canyon besichtigen und läuft an 25 Felsbehausungen vorbei. Nördlich von Flagstaff findet man mit dem Wupatki National Monument eine der besten erhaltenen Ruinen der Ureinwohner Amerikas.

Das Tor zum Grand Canyon

Williams ist ein wahres Eldorado für Route 66 Fans. An jeder Ecke gibt es Route 66 Diners, Hotels, Souvenirshops und Schilder. An einigen dieser Gebäude findet man auch die bekannten Route 66 Wandgemälde, welche auf der ganzen Route 66 immer wieder anzutreffen sind. Die Anzahl Hotels, Motels und Unterkünfte in Williams ist eindrücklich, dies liegt aber nicht nur an der Route 66 sondern auch mit der Nähe zum legendären Grand Canyon. Es gibt eine Strasse die direkt von Williams zum Grand Canyon führt. Zusätzlich verkehren mit dem Grand Canyon Railway ganzjährig auch Züge von Williams zum Grand Canyon. Williams ist auf jeder Route 66 Reise ein wahres muss und zeigt perfekt den Charm von Amerika und der Route 66.

Grand Canyon
Der Grand Canyon

Seligman

Ähnlich wie Williams ist auch Seligman ein wahres Muss für Route 66 Fans. Überall findet man die typischen Route 66 Diner und Hotels. Route 66 Schilder und Symbole gibt es gefühlt genau gleich viele wie Einwohner in Seligman. Da ist es nicht erstaunlich, dass sich Seligman selbst als Geburtsort der historischen Route 66 bezeichnet. Mit dem Historic Seligman Sundries findet man im östlichen Ortseingang eine wahre Wundertüte für Route 66 Touristen. So findet man in dem Haus nicht nur ein Café, sondern auch noch ein Museum, ein Souvenirshop und den unverwechselbaren Charm der Route 66. Der Delgadillo’s Route 66 Gift Shop & Visitor Center ist aber das absolute Highlight der Stadt. Angel Delgadillo war es nämlich, der die Route 66 Association gründete und damit die Route 66 und ihre Legende am leben hielt. Sein alter Friseur Salon hat sich deshalb als eine art Pilgerstätte für Route 66 Fanatiker etabliert. Es gibt nichts so wie Souvenirshops in Seligman, einer der bekanntesten ist aber das Roadrunner. Eine alte Chevrolet-Garage, die zu einem Souvenirshop umgebaut ist und neu renoviert wurde. In Seligman kann man locker den ganzen Speicher seiner Kamera füllen.

Die Grand Canyon Caverns

Etwas östlich von Peach Springs findet man mit den Grand Canyon Caverns ein unterirdisches Höhlensystem. In der Höhle gibt es ein kleines Restaurant und man kann an verschiedenen Touren durch das Höhlensystem teilnehmen. Für die ganz wagemutigen gibt es sogar die Möglichkeit in den Höhlen zu übernachten und zwar im The Cave Motel room.

Kingman

In Kingman leben ca. 30’000 Einwohner und bezeichnet sich selbst als das Herz der Route 66. Dementsprechend findet man in Kingman auch ein Route 66 Museum, welches auch eine kleine Sammlung von alten, wie neuen Elektroautos beheimatet. Im Stadtkern findet man neben dem Mohave County Court House und der St. Mary’s Church noch ungefähr 60 weitere historische Gebäude aus der Anfangszeit von Kingman. Beim Flughafen von Kingman findet man mit dem Kingman Army Airfield Museum ein Museum, in welchem unteranderem alte Flugzeuge aus dem 2. Weltkrieg bestaunt werden können. Für Eisenbahn Fans bietet sich bei der Kingman Station das Railroad Museum an. Unweit davon findet man den Locomotive Park, in welchem ausgediente Lokomotiven aus dem Jahre 1927 stehen. Bis zu ihrem Ruhestand haben sie gemeinsam über 2.5 Millionen Meilen zurückgelegt.

Oatman – Die alte Goldgräberstadt  

 Laut der Legende fand Ben Taddock 1904 in der Region von Oatman Gold, als er mit seinem Pferd durch die Gegend ritt. Daraufhin entwickelte sich Oatman zu einer wahren Goldgräberstadt mit mehr als 3’000 Einwohnern. Als der Goldabbau bei Oatman 1941 verboten wurde, zogen viele der Einwohner wieder weg. So dass aus der einstigen Gemeinde eine verlassene Geisterstadt wurde. Heute leben viele wilde Esel in der Stadt und «beleben» so die Strassen. Durch den Route 66 Hype der letzten Jahrzehnte wurde Oatman aber zu einem Beliebten Stopp für Route 66 Touristen. Unteranderem findet man in der Stadt viele historische Gebäude von früher. Und in den Sommermonaten finden verschiedene Freilichtaufführungen von speziellen historischen Ereignissen statt.

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Dieser Beitrag dient nicht als Reiseplan oder Anleitung. Er gibt lediglich Einblicke auf die Sehenswürdigkeiten der Route 66 oder deren, die damit verbunden werden können. Die enthaltenen Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und für die Richtigkeit kann nicht garantiert werden. Die Beiträge dieser Serie dienen als Inspiration und können für die Planung seines eigenen Route 66 Abenteuers zur Hand genommen werden. Die hier erwähnten Sehenswürdigkeiten und potentiellen Zwischenstopps sind bei weitem nicht abschließend. Das können sie auch nicht, denn die Route 66 ist vom Anfang in Chicago bis zum Ende in Santa Monica atemberaubend und jede einzelne Meile hätte eine Geschichte zu erzählen. Dies würde den Umfang dieser Serie aber sprengen. Die Beiträge werden aber fortlaufend ergänzt und erweitert. Und am schönsten ist es immer, wenn man es selbst erleben und genießen kann. Worauf wartet Ihr also noch? Macht euch auf zu einem wahren Abenteuer!

Wart ihr schon mal auf der Route 66 oder kennt eine Geschichte darüber? Dann teilt uns dies doch in den Kommentaren mit und lasst uns an euren Erfahrungen und Erlebnissen teilhaben.

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